ORE auf Solana: Mining, Refining und Buyback verständlich erklärt

ORE ist Solanas natives Proof-of-Work-Token mit harter Obergrenze von 3 Mio. Stück. Wie das 5×5-Grid-Mining funktioniert, was Refining bedeutet und wie der Buyback-Mechanismus arbeitet.

SOLANA·HUB ·

Bitcoin wurde von einem einzigen Miner-Pool dominiert — wer die schnellste Hardware hatte, kassierte alles. ORE dreht das um: Hier können Tausende gleichzeitig minen, und jeder, der mitmacht, bekommt einen fairen Anteil — keine Großrechner-Dominanz, kein Winner-takes-all.

In einfachen Worten: Stell dir eine Lotterie vor, bei der nicht nur ein einziges Los gewinnt, sondern jede Runde viele Gewinner auszahlt — proportional dazu, wie viel jemand eingesetzt hat. ORE funktioniert genau so: Alle eine Minute wird per Zufallsgenerator ein Gewinner-Block gezogen, und wer SOL auf den richtigen Block gesetzt hat, bekommt seinen Anteil am Pot. Wer draufliegt, verliert seinen SOL an die Gewinner. Neu geprägte ORE-Token kommen obendrauf. Alle Regeln stehen als Smart Contract auf der Solana-Blockchain — unveränderlich nachlesbar, keine Hinterräume.

Was ist ORE?

ORE ist ein Proof-of-Work-Token auf Solana — ein digitales Asset, dessen neue Einheiten ausschließlich durch Rechenarbeit entstehen, ähnlich wie Bitcoin, aber auf Solana — mit harter Obergrenze von 3 Millionen Stück. Es gibt keinen Pre-Mine, keine Insider-Allocation und keine Team-Tokens. Alle Münzen entstehen durch Mining auf der Solana-Blockchain.

Entwickelt wird ORE von Regolith Labs rund um den ursprünglich pseudonymen Gründer Hardhat Chad. Seed-Funding kam 2024 von Foundation Capital und Solana Ventures. Die offizielle Mining-Anwendung läuft auf ore.supply, der Quellcode liegt offen auf GitHub.

Token-Adresse (V2): oreoU2P8bN6jkk3jbaiVxYnG1dCXcYxwhwyK9jSybcp (Solscan-Verifikation)

Keine Finanzberatung.

Kernidee

ORE kombiniert Mining, Umverteilung und automatischen Rückkauf in einem System: Wer minet, erzeugt neue Token und verdient SOL. Wer seine Gewinne im Protokoll lässt statt sofort auszuzahlen, bekommt bei jedem Claim anderer Miner einen Anteil. Und ein Teil aller Mining-Einnahmen fließt direkt in automatische Rückkäufe — on-chain, jede Minute, ohne Mittelsmänner.

Auf einen Blick

  • Token: ORE, Proof-of-Work auf Solana, maximale Menge 3 Mio. Stück
  • Mining-System: 5×5-Grid, eine Runde pro Minute, Gewinner-Block per Zufallsgenerator
  • Refining: 10 % Gebühr beim Auszahlen — fließt an alle, die noch nicht ausgezahlt haben
  • Buyback: 10 % der Mining-Einnahmen kaufen automatisch ORE auf DEXes zurück
  • Staking: 10 % des zurückgekauften ORE geht als Yield an Staker, 90 % werden verbrannt
  • Kein Pre-Mine, keine Team-Tokens, kein zentraler Schalter — Regeln stehen im Smart Contract

Vier Mechanismen, die ineinandergreifen

ORE läuft auf vier Bausteinen, alle als Smart-Contract-Logik auf der Solana-Blockchain. Jeder ist transparent dokumentiert und für jeden nachvollziehbar.

  1. Mining — neue Token entstehen über ein 5×5-Grid-Verfahren mit zufälligem Gewinner-Block
  2. Refining — beim Auszahlen wird ein Teil an andere Miner umverteilt
  3. Buyback — das Protokoll kauft mit den Mining-Einnahmen automatisch eigene Token zurück
  4. Staking — wer ORE hinterlegt, bekommt einen Anteil dieser Rückkäufe

Wie funktioniert das Mining?

Das ORE-Mining ist kein klassisches Hash-Mining. Bis Ende 2024 lief V1 mit DrillX-PoW (ein spezieller Rechenalgorithmus, der GPU-Farming erschwert und CPU-Miner bevorzugt) bestehend aus Equix + Argon2 + Blake3 + Keccak. Seit Oktober 2025 ist V2 aktiv mit einer 5×5-Grid-Mechanik.

Ablauf einer Runde

Jede Runde dauert exakt eine Minute:

  1. Du wählst eines oder mehrere der 25 Felder aus und stakest SOL darauf
  2. Am Ende der Minute wählt der Solana-Zufallszahlengenerator einen Gewinner-Block
  3. Das gesamte SOL aus den 24 Verlierer-Feldern wird unter den Gewinnern aufgeteilt — proportional zum Anteil, den ein Miner auf dem Gewinner-Block hatte
  4. Zusätzlich werden +1 ORE pro Runde neu geprägt und unter den Gewinnern verteilt
  5. In etwa der Hälfte der Runden bekommt ein einzelner Miner per gewichteter Zufallswahl die kompletten +1 ORE — die übrigen Gewinner gehen leer aus

Motherlode-Pool

Pro Runde werden zusätzlich +0,2 ORE in einen Jackpot-Pool gelegt. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 625 wird der Pool ausgeschüttet — ebenfalls proportional zum Anteil auf dem Gewinner-Block. Wird der Motherlode in einer Runde nicht getroffen, läuft er weiter und wächst.

Kosten pro Mining-Runde

Pro Teilnahme:

  • Eigener SOL-Einsatz auf den gewählten Feldern (kann gewonnen oder verloren werden)
  • 1 % Admin-Fee auf das eingesetzte SOL (geht an Regolith Labs für Entwicklung)
  • 0,000005 SOL pro automatisierte Transaktion (Solana-Basis-Gebühren)

Beim Anlegen eines Miner-Accounts wird einmalig 0,00001 SOL als Checkpoint-Recovery-Einlage hinterlegt.

Refining: Umverteilung beim Auszahlen

ORE unterscheidet zwischen zwei Zuständen: unrefined sind die Token, die noch im Mining-Programm liegen. Refined sind die, die in die eigene Wallet ausgezahlt wurden.

Wie es technisch läuft

Sobald ein Miner seine erworbenen ORE in die Wallet auszahlt — im Protokoll-Sprachgebrauch: “claimt” — behält das Protokoll 10 Prozent als Refining-Gebühr ein. Diese 10 Prozent werden nicht verbrannt. Sie wandern zurück an alle anderen Miner, die noch ungeclaimte Rewards im Programm halten — verteilt nach Anteil ihrer offenen Menge.

Was das praktisch bedeutet

Wer seine Mining-Rewards im Programm liegen lässt, statt sie sofort auszuzahlen, bekommt bei jedem Claim eines anderen Miners einen Bruchteil der Gebühr ab. Mit der Zeit verschiebt sich Token-Bestand von schnell-auszahlenden zu lang-haltenden Minern.

Das ist kein kosmetischer Mechanismus, sondern bestimmt direkt, wer am Refining-Layer mitverdient. Die ORE-Docs nennen den noch-nicht-ausgezahlten Anteil “unrefined”, den ausgezahlten und durch Redistribution erweiterten “refined”.

Buyback: das Protokoll kauft sich selbst zurück

ORE finanziert seinen eigenen Rückkauf aus den Mining-Einnahmen.

Wie der Buyback funktioniert

Von dem SOL, das pro Runde unter den Minern verteilt wird, behält das Protokoll 10 Prozent ein. Dieses SOL geht direkt in den automatischen Rückkauf von ORE auf den großen Solana-DEXes.

Das zurückgekaufte ORE wird so aufgeteilt:

  • 90 Prozent werden “vergraben” (im Protokoll: “buried”) — funktional ein Burn. Die Token verlassen den Umlauf, lassen sich aber bei späterem Bedarf wieder neu prägen, solange die 3-Millionen-Obergrenze nicht erreicht ist.
  • 10 Prozent gehen als Yield an die Staker.

Keine Roadmap, sondern Code

Der Buyback ist keine angekündigte Maßnahme, die irgendwann ausgeführt wird. Er passiert jede Minute, automatisch, ausgelöst durch den Smart Contract. Jede einzelne Transaktion ist auf Solscan einsehbar.

Staking: Anteil an den Rückkäufen

Wer ORE im offiziellen Staking-Vertrag hinterlegt, profitiert auf zwei Wegen vom Buyback-Mechanismus:

  1. Indirekt — das Umlaufangebot sinkt, weil 90 Prozent jedes Rückkaufs verbrannt werden.
  2. Direkt — die übrigen 10 Prozent werden unter den Stakern aufgeteilt.

Diese Ausschüttung speist sich aus echten SOL-zu-ORE-Käufen, nicht aus neu erzeugten Token. Wie viel pro Runde verteilt wird, hängt davon ab, wie aktiv gerade gemined wird.

Wie kommt man rein?

Drei Wege, je nachdem, wie aktiv jemand sein möchte.

Weg 1: selbst minen auf ore.supply

  1. Solana-Wallet einrichten — zum Beispiel Phantom oder Solflare.
  2. Genug SOL bereitlegen, um mehrere Runden mitzumachen. Eine halbe SOL reicht für den Anfang.
  3. ore.supply im Browser öffnen und Wallet verbinden.
  4. Miner-Account einrichten — kostet einmalig 0,00001 SOL.
  5. Auf dem 5×5-Grid Felder auswählen, SOL platzieren, Runde abwarten.
  6. Nach ein paar Runden überlegen: ORE-Bestand im Programm jetzt auszahlen oder noch liegen lassen, um weiter Refining-Anteile zu sammeln.

Weg 2: ORE direkt kaufen

ORE wird auf mehreren Solana-DEXes gehandelt. Die tiefsten Liquiditätspools laufen über Orca und Meteora. Jupiter findet automatisch die beste Route.

Hinweis zur Liquidität: Die gesamte ORE/SOL-Pool-Tiefe liegt aktuell im niedrigen sechsstelligen Dollar-Bereich. Käufe über 10.000 US-Dollar machen sich im Preis bemerkbar. Wer größere Positionen aufbaut, kauft besser in mehreren Schritten über mehrere Tage — oder organisiert sich einen OTC-Kontakt.

Weg 3: bestehendes ORE staken

Wer ORE bereits in der Wallet hat, hinterlegt es einfach im offiziellen Staking-Vertrag auf ore.supply und nimmt damit an der Buyback-Ausschüttung teil.

Wo ORE heute steht

Stand Mai 2026, alle Werte lassen sich direkt auf der Blockchain prüfen:

  • Obergrenze: 3.000.000 ORE, im Smart Contract festgeschrieben.
  • Im Umlauf: rund 455.000 ORE — etwa 15 Prozent der Obergrenze.
  • Marktkapitalisierung: circa 33 Mio. US-Dollar (CoinGecko).
  • Wallets mit ORE-Bestand: rund 5.300.
  • Emission: 1 ORE pro Minute, also 1.440 ORE pro Tag — abzüglich der laufenden Buyback-Burns.

Sein Allzeithoch erreichte ORE im April 2024 bei rund 2.362 US-Dollar. Nach einer ruhigen Phase 2025 und dem V2-Launch im Oktober 2025 pendelt der Preis seitdem zwischen 70 und 80 US-Dollar.

Häufige Fragen

Was ist mit V1-ORE?

ORE existiert in zwei getrennten Token-Versionen. V1 (oreoN2tQbHXVaZsr3pf66A48miqcBXCDJozganhEJgz) wird nicht mehr aktiv unterstützt — das Migrations-Fenster schloss Anfang November 2024. Wer noch V1 hält, wendet sich am besten direkt an Regolith Labs (GitHub Issues oder Discord), um eventuelle Optionen zu klären. V2 (oreoU2P8bN6jkk3jbaiVxYnG1dCXcYxwhwyK9jSybcp) ist die einzige aktive ORE-Mint.

Wie rechnet sich Mining überhaupt?

Ob eine Runde Mining unterm Strich aufgeht, hängt von vier Größen ab:

  1. der eigene SOL-Einsatz pro Runde,
  2. die Zahl der anderen Miner auf demselben Feld,
  3. der aktuelle ORE/SOL-Kurs auf den DEXes,
  4. die eigene Trefferquote über mehrere Runden.

Eine pauschale Antwort gibt es deshalb nicht — jeder muss selbst durchrechnen, ob die Konstellation für ihn passt. Wer einsteigen möchte, fängt am besten mit kleinen SOL-Beträgen an und führt ein paar Runden mit, um die eigene Trefferquote zu kennen, bevor er größere Summen riskiert.

Gibt es ORE auch auf anderen Blockchains?

Nein. ORE läuft ausschließlich auf Solana. Es gibt keine offizielle Brücke zu Ethereum, Base, Polygon oder anderen Netzwerken.

Was bedeutet “Mint-Authority”?

Die Mint-Authority — das Recht, neue Token zu erzeugen oder das Protokoll zu ändern — von V2 liegt aktuell bei einer Adresse, die Regolith Labs kontrolliert — sie wurde noch nicht “renounced” (also nicht endgültig abgegeben). Technisch heißt das: das Protokoll lässt sich noch aktualisieren. Den aktuellen Stand zeigt die Solscan-Token-Seite unter dem Eintrag “Mint Authority”.

Was das für dich heißt

ORE ist das einzige Proof-of-Work-Token, das direkt auf Solana lebt — kein getrennter Layer, keine Bridge, alles on-chain verifizierbar. Die Kombination aus fairem Mining ohne teure Hardware, automatischem Buyback und Refining macht ORE zu einem strukturell anderen Ansatz als klassische Meme-Coins oder inflationäre DeFi-Token. Ob das Modell langfristig funktioniert, entscheidet die Marktdynamik — aber die Mechanismen selbst sind transparent und öffentlich prüfbar.

Selbst sicher umsetzen? Dieser Artikel erklärt das Konzept. Den geordneten Schritt-für-Schritt-Weg — Wallet, Sicherheit, Staking, DeFi, DACH-Steuern — gibt dir der Solana-Guide.

Wer wissen will, wie Solana-Wallets untereinander vernetzt sind — welche Adressen zusammen handeln, wie sich Cluster bewegen, welche Spuren Wallets in der Kette hinterlassen — findet das im Scry Atlas. Atlas zeichnet Beziehungs-Graphen aus geprüften On-Chain-Daten.

Nächste Schritte

  • Token-Adresse oreoU2P8bN6jkk3jbaiVxYnG1dCXcYxwhwyK9jSybcp als Watchlist-Eintrag in Phantom oder Solflare hinzufügen.
  • Eine kleine Test-Runde auf ore.supply mit minimalem SOL-Einsatz mitnehmen.
  • DeFi-Grundlagen vertiefen: DeFi auf Solana.
  • Solana-Basis: Was ist Solana?.

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Glossar:

#ore #mining #proof-of-work #regolith-labs #solana-pow