USDC-Überweisungen in Samsung Wallet auf Solana und Sui für Galaxy-Geräte in den USA
Ab der letzten Oktoberwoche können berechtigte Galaxy-Nutzer in den USA in Samsung Wallet USDC senden. Samsung nennt Solana und Sui. Die Verwahrung läuft über Bastion und Coinbase. In der EU gibt es den Dienst nicht.
Was Samsung ankündigt
Samsung Electronics America hat am 7. Oktober mitgeteilt, dass Samsung Wallet in der letzten Oktoberwoche Stablecoin-Funktionen für berechtigte Galaxy-Nutzer in den USA bekommt. Zum Start unterstützt Samsung als erstes Asset USDC. Die Funktion soll auf 82 Millionen mit Samsung Wallet kompatiblen Galaxy-Geräten in den USA verfügbar sein. Die Mitteilung zählt Geräte, nicht Nutzer.
Woncheol Chai, EVP und Leiter des Digital-Wallet-Teams bei Samsung Electronics, beschreibt das Ziel so: Geld ins Ausland zu schicken solle sich so vertraut anfühlen wie die Wallet, die schon auf dem Telefon liegt. Nutzer sollen USDC überweisen können, ohne eine weitere App zu installieren und ohne die Private Keys selbst zu verwalten.
Was zum Start möglich ist
- USDC an kompatible Wallets: Berechtigte Nutzer können USDC aus Samsung Wallet an Wallets oder Börsenkonten senden, die USDC auf einem von Samsung unterstützten Netzwerk annehmen. Samsung berechnet dafür keine Gebühr. Der Dienst des Empfängers kann eigene Gebühren verlangen. Wie schnell die Überweisung ankommt, hängt vom Netzwerk ab. Überweisungen in sanktionierte Jurisdiktionen sind untersagt.
- An Bankkonten: Zusätzlich lassen sich Beträge an berechtigte Bankkonten in mehr als 60 Ländern senden. Ausgezahlt wird in der Landeswährung. Die Länderliste steht in der App. Hier fallen Gebühren an. Sie hängen von Land und Betrag ab und werden vor dem Bestätigen angezeigt. Nicht jede Bank oder Kontoart wird unterstützt.
- Noch nicht dabei: Bezahlen mit Stablecoins im Laden oder online nennt Samsung nur als mögliche spätere Funktion, nicht als Teil des Starts.
Voraussetzungen laut Fußnote: berechtigte Einwohner der USA ab 18 Jahren, ein Samsung-Account, eine Identitätsprüfung, eingerichtete Biometrie, ein mit Samsung Wallet kompatibles Galaxy-Gerät und Android 13 oder höher. Überweisungen lösen eine biometrische Freigabe auf dem registrierten Gerät aus.
Wie Stablecoins auf Solana grundsätzlich funktionieren, steht in Stablecoins auf Solana.
Wer die Coins verwahrt
Das ist kein Self-Custody-Modell. Samsung schreibt in der Fußnote, dass Konten, Verwahrung und Geldbewegung von regulierten Partnern kommen, nicht von Samsung. Samsung ist keine Bank, kein Money Transmitter und kein Verwahrer digitaler Assets und hält keine Kundengelder.
Die Stablecoin-Konten laufen über Bastion. Coinbase ist der offizielle Sub-Custodian und verwahrt sämtliche USDC in Samsung Wallet über das Coinbase Prime Vault. In der Samsung-Mitteilung gibt Bastion an, eine New Yorker Trust-Charter zu halten (Bastion Platforms Trust Company, LLC) und eine vorläufige, bedingte Genehmigung der US-Bankenaufsicht OCC für eine nationale Trust-Bank-Charter zu haben. Wenn Nutzer „Buy Stablecoin“ wählen, erscheint USDC als voreingestellter Dollar-Stablecoin.
Solana und Sui
Im Samsung-Text liefern getrennte Partner Infrastruktur und Blockchain-Unterstützung, darunter Solana und Sui. Samsung stellt das nicht als exklusive Partnerschaft mit Solana dar.
Die Solana Foundation beschreibt in ihrer eigenen Mitteilung USDC-Überweisungen auf Solana, integrierte Fiat-On- und Off-Ramps und zusätzlich Samsung Pay. Sie nennt weitere Märkte nur vorbehaltlich lokaler Regulierung. Die Foundation gibt dort an, das Stablecoin-Angebot auf Solana sei binnen eines Jahres um knapp 20 Prozent gestiegen und das Netzwerk habe 2026 bereits mehr als 5,25 Billionen US-Dollar Stablecoin-Volumen abgewickelt. Das sind Angaben der Foundation, kein geprüfter Abschluss.
Sui beschreibt in einem eigenen Beitrag USDC-Überweisungen auf Sui in Samsung Wallet, zunächst ebenfalls in den USA. Der SUI-Token selbst wird demnach in der Wallet nicht unterstützt. Samsungs Mitteilung legt nicht im Einzelnen fest, welche Überweisung über welches Netz läuft. Für die Partnerliste gilt der Samsung-Text: Solana und Sui.
Nicht in der EU
Für den DACH-Raum ist der Dienst zum Start nicht nutzbar. Samsung beschränkt ihn auf berechtigte Einwohner der USA. Ob Samsung den Dienst auf weitere Länder ausweitet, hängt laut Samsung von der Regulierung im jeweiligen Land ab. Die Solana Foundation spricht von weiteren Märkten nur vorbehaltlich lokaler Vorgaben. Einen EU-Zeitplan nennt keine der beiden Mitteilungen.
In der EU gilt die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA, Verordnung (EU) 2023/1114). Nach Artikel 59 darf niemand in der Union Krypto-Dienstleistungen erbringen, ohne als Kryptodienstleister zugelassen zu sein. Bestimmte bereits beaufsichtigte Finanzunternehmen können den Weg über Artikel 60 nehmen. Das ist der geltende Rahmen, keine Ankündigung von Samsung. Die Schweiz fällt nicht unter MiCA. Auch dort ist der Dienst nicht freigeschaltet, weil die Berechtigung auf die USA beschränkt ist.
Was zu beobachten ist
- Ob die Funktion in der letzten Oktoberwoche wie angekündigt auf den genannten Geräten erscheint
- Ob Samsung später weitere Länder konkret nennt oder das Bezahlen im Laden nachlegt
Quellen
- Samsung Electronics America — Pressemitteilung
- Solana Foundation — Meldung · PR Newswire · Post auf X
- Sui — Eigener Beitrag zur Zusammenarbeit
- ESMA — MiCA, Artikel 59 (Zulassung) · Artikel 60
- SOLANA·HUB-Wissen: Stablecoins auf Solana