MediaMarktSaturn nimmt Ledger aus dem Sortiment
MediaMarktSaturn hat alle Ledger-Produkte aus Filialen und Online-Plattformen genommen. Donjon beschreibt ein LTE-Implantat bei CryptoBilis. Verluste anderer Händler bestätigt Ledger nicht.
Ein Sprecher schrieb Cointelegraph am 13. Oktober per E-Mail. Die MediaMarktSaturn Retail Group habe alle Produkte des Herstellers aus Filialen und Online-Plattformen entfernt und stehe mit dem Hersteller in Kontakt. Auf der deutschen Seite von Cointelegraph steht dazu: „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst.“
Das Implantat liest den Bildschirm
Ledger schreibt am 13. Oktober auf X, das Donjon untersuche Signer von CryptoBilis, einem Händler in Südostasien. In den Geräten lag ein nicht autorisiertes Implantat. Ledger hat es am 10. Oktober an dem Signer eines betroffenen Nutzers bestätigt.
Alle bestätigten Verluste zum Vorfall vom 9. Oktober betreffen Signer, die über CryptoBilis liefen. Einen Abfluss von einem anders gekauften Signer hat Ledger nicht verifiziert. CryptoBilis hat bestätigt, den Verkauf von Ledger-Signern zu stoppen, solange die Untersuchung läuft.
Das Implantat sitzt im Gehäuse und liest die Anzeige. Beim Einrichten zeigt der Signer die Recovery Phrase, 24 Wörter.
Erkennt das Implantat diese Bildschirme, dekodiert ein Mikrocontroller die Wörter. Er sendet sie per LTE über eine eingerichtete eSIM.
Das Bauteil ist separat. Secure Element und Betriebssystem bleiben unverändert. Transaktionen und Signaturen ebenfalls.
Ledger bestätigt weder die Zahl der Betroffenen noch die Summe. Der Post nennt keine Chain und kein Modell, auch Solana nicht. Zahlen aus dem Netz stammen laut Ledger von Dritten und sind nicht vollständig geprüft.
CryptoBilis und MediaMarkt
Der bestätigte Fund betrifft CryptoBilis. Die Entscheidung von MediaMarktSaturn ist eine Angabe des Händlers.
Johannes schreibt am 12. Oktober auf X von einem zweiten Gerät aus einer anderen MediaMarkt-Filiale. Er habe es am selben Tag gekauft und schicke das zweite an Ledger. Zusätzliche Kabel und ein LTE-Modul beschreibt er an beiden Geräten.
Am 13. Oktober schreibt er, die Produkte seien aus den MediaMarkt-Filialen genommen. Die E-Mail des Sprechers gilt für Filialen und Online-Plattformen der Gruppe.
Ledger prüft Berichte über Implantate in anderen Signern und an anderen Orten. Die bestätigten Verluste bleiben bei CryptoBilis.
Cointelegraph hat Ledger gefragt, ob manipulierte Geräte in Europa bestätigt seien. Bis Redaktionsschluss kam keine Antwort.
Cointelegraph schreibt, Mark Karpelès habe am Flughafen Singapur ein Ledger Flex mit Implantat gekauft. Ledger verwies laut Cointelegraph auf das Update zu CryptoBilis.
heise schrieb am Morgen des 13. Oktober über eSIM-Implantate bei CryptoBilis und verweist für den Ablauf auf Tibane Labs. Golem schrieb am Mittag über die Bestätigung vom 10. Oktober und den Stopp des Ledger-Verkaufs bei CryptoBilis.
Genuine Check und Siegel
Der Post verlinkt eine Anleitung von Ledger, Stand 13. Mai 2026. Der Genuine Check läuft beim Einrichten und bei jeder Verbindung mit My Ledger in Ledger Wallet. Er weist ein echtes Secure Element nach.
Ein Implantat bei unverändertem Secure Element liegt außerhalb dieser Prüfung. Dieselbe Grenze steht im Threat Model des Donjon.
Ledger empfiehlt den Kauf im eigenen Shop oder im autorisierten Handel. Nicht gelistete, unbekannte Verkäufer rät die Anleitung ab.
Das Threat Model nennt klassische Siegel, auch holografische. Sie lassen sich nachmachen. Eine Packung lässt sich öffnen und schließen, ohne dass das Siegel bricht.
Im Threat Model prüft der Genuine Check die Echtheit, nicht den Weg des Geräts durch die Lieferkette. Eine Hülle, die sich nur mit sichtbarem Bruch öffnen lässt, beschreibt die Anleitung für den Nano Gen5.
Eine vorgefertigte Recovery Phrase im Karton gehört laut Ledger-Support nicht zu einem echten Gerät. Die 24 Wörter erzeugt man auf dem Gerät. Eine mitgelieferte Phrase benutzt man nicht.
Für Käufer bei CryptoBilis gilt in dem Post ein eigener Ablauf. Ein noch nicht eingerichtetes Gerät richtet man nicht ein. Ist es eingerichtet, überträgt man die Bestände auf einen neuen Signer mit neuer Phrase.
Die Phrase gibt man auf einem Gerät von CryptoBilis nicht ein und stellt sie dort nicht wieder her. In eine Website, eine App oder ein Formular gibt man sie nie ein.
Wer nicht bei CryptoBilis gekauft hat und das Gerät öffnen will, sichert laut Post zuerst die Phrase. Öffnen kann das Gerät beschädigen. Die Anleitung vom Mai ergänzt, dass ein Schaden dabei die Garantie entfallen lässt.
Bei einem Verlust stimmt man sich vor dem Öffnen mit der Polizei ab. Vor dem Gespräch mit dem Support oder der Polizei geht das Gerät an niemanden sonst.
Ledger ruft nicht an, schreibt nicht direkt und fragt nicht nach den 24 Wörtern.
Update (15. Oktober 2026): Prüfkäufe und Regal
Am 14. Oktober schrieb Ledger, geprüfte Ware in Deutschland zeige keine Manipulation. Am 15. Oktober kamen geöffnete Prüfkäufe hinzu, laut Ledger ebenfalls sauber. Die Kurzmeldung fasst die Händlerregeln zusammen.
Was zu beobachten ist
- Ob Ledger ein Gerät aus einer MediaMarkt-Filiale bestätigt
- Ob ein Modell oder eine Chain folgt
- Ob eine geprüfte Summe und eine Nutzerzahl folgen
- Ob MediaMarktSaturn eine eigene Mitteilung veröffentlicht
Hinweis: Dies ist Berichterstattung, keine Anlageberatung. Ein Angebot, verlorene Beträge zurückzuholen, ist das nicht.
Quellen
- Cointelegraph — MediaMarktSaturn pulls Ledger products, 13. Oktober 2026. Die E-Mail des Sprechers steht dort auf Englisch. Deutsche Fassung, Satz „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst.“
- Ledger — Update von Ledger Donjon, 13. Oktober 2026, 8:39 Uhr MESZ
- Ledger Support — Check hardware integrity, Stand 13. Mai 2026 · Pre-Seed device Scams, Stand 13. Mai 2026
- Ledger Donjon — Threat Model, Genuineness · Blog-Übersicht. Der neueste Eintrag dort ist vom 18. September 2026 und betrifft diesen Fall nicht.
- Johannes — Post, 12. Oktober 2026, 15:17 Uhr MESZ · Post, 13. Oktober 2026, 12:34 Uhr MESZ
- heise online — 13. Oktober 2026, 5:05 Uhr MESZ. Summen aus diesem Text übernimmt die Meldung nicht.
- Golem — 13. Oktober 2026, 12:09 Uhr MESZ