Jitos Maker-Priority-Plugin geht auf der Solana-Börse Archer live
Das erste BAM-Plugin von Jito ist auf Archer im Einsatz: Market-Maker-Transaktionen erhalten deterministische Priorität — für engere Spreads und tiefere Liquidität im On-Chain-Handel.
Was passiert ist
Jito hat gemeldet, dass sein Maker Priority Plugin (MPP) auf Archer live ist — einer Spot-Börse auf Solana, die auf Jitos Infrastruktur aufsetzt. Das MPP ist das erste Plugin für Jitos Block Assembly Marketplace (BAM), den Layer für programmierbare Block-Konstruktion auf Solana.
Was das Maker Priority Plugin macht
Das Problem, das es adressiert: Market Maker auf On-Chain-Börsen riskieren ständig, von schnelleren Tradern überholt zu werden („toxischer Flow”). Zur Absicherung stellen sie breitere Spreads — was für alle Nutzer schlechtere Preise bedeutet.
Das MPP setzt dort an, laut Jitos technischer Vorstellung des Plugins:
- Eigener Kanal: Maker-Transaktionen laufen über einen dedizierten TPU-Port und werden in regelmäßigen Abständen (50-Millisekunden-Batches) vor dem allgemeinen Transaktionsfluss eingeordnet — unabhängig von konkurrierenden Gebühren-Geboten.
- Quote-Deduplizierung: Pro Markt wird nur das jeweils jüngste Quote-Update eingeplant; veraltete Quotes fallen weg.
- Ziel: engere Spreads, tiefere Liquidität und effizientere Blöcke — weil Market Maker weniger Sicherheitspuffer einpreisen müssen.
Einordnung
Mit dem Live-Gang auf Archer bekommt das Plugin seinen praktischen Einsatz auf einer Handelsplattform. Es ist ein Baustein in Jitos breiterer BAM-Roadmap — zuletzt meldete Jito, dass mehr als die Hälfte der Validatoren BAM betreibt (Eigenangabe). Für Endnutzer ist der erwartbare Effekt indirekt: bessere Preise durch engere Spreads, nicht ein neues Interface.
Update (30. Juli 2026): 17 Programme, über 500 Millionen US-Dollar Tagesvolumen
Drei Monate nach dem Start hat BAM einen Statusbericht zum MPP veröffentlicht. Die Kernzahlen laut BAM:
- 17 Programme sind inzwischen angebunden — darunter BisonFi, Tessera, Scorch, ZeroFi, SolFi und Archer. Zusammen stehen die Teilnehmer für mehr als 500 Millionen US-Dollar tägliches Spot-Handelsvolumen.
- Rund 35 Prozent der Oracle-Updates angebundener Nutzer laufen in BAM-Slots inzwischen über das MPP.
- Die drei größten Market Maker (Tessera, Scorch, BisonFi) landen laut BAM 5 bis 10 MPP-Transaktionen pro Slot — zusammen etwa 21 pro Slot — mit einer Erfolgsquote nahe 100 Prozent. Über alle Einlieferungswege hinweg kommen dieselben drei auf etwa 31 Updates pro Slot bei 76 Prozent Erfolgsquote.
Dazu kommen neue Funktionen: Multi-Market-Updates (mehrere Märkte in einer Transaktion), ein Transaktions-Endpoint zum Nachverfolgen von Transaktions-Ereignissen, ein Batch-Endpoint mit Timing-Informationen zur jeweiligen Batch-Auktion und ein Simulate-Endpoint zum Testen, ob eine Transaktion die MPP-Validierung besteht. Die MPP-Gebühr wurde auf 1 Lamport pro Compute Unit gesenkt. Als nächste Schritte nennt BAM eine Intra-Slot-Uhr und die weitere Verbreiterung der Nutzerbasis.
Was zu beobachten ist
- Ob sich auf den angebundenen Börsen messbar engere Spreads und tiefere Orderbücher zeigen
- Welche weiteren Börsen oder AMMs das MPP übernehmen
- Welche weiteren BAM-Plugins folgen